Sep
27
2011

Google Analytics – Segen oder Fluch?

Nun steht es fest – Google Analytics ist mit dem deutschen Datenschutzrecht kompatibel und kann ohne Beanstandung wieder genutzt werden. Zwischen dem Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar und Google konnte nach langen Verhandlungen, die bereits Ende 2009 begonnen hatten, eine Einigung für eine aktualisierte Nutzungsbedingung für Google Analytics erzielt werden…..

In den zentralen Punkten der Einigung wird vor allem der Schutz der Privatsphäre des Users in den Vordergrund gerückt. So können Internetnutzer nun der Erfassung ihrer Nutzungsdaten durch eine Deaktivierungserweiterung wiedersprechen - ob diese Deaktivierungsmöglichkeit dann letzten Endes auch von den Usern bewusst wahrgenommen wird, ist jedoch eine andere Sache. In Zukunft soll auch die Opt-Out-Möglichkeit auf Smartphones hinzukommen. Zusätzlich muss ab jetzt das letzte Oktett der IP-Adresse vor jeglicher Speicherung gelöscht werden kann, um eine mögliche Identifizierung des Nutzers zu unterbinden.

Stellt sich die Frage, ob nun mehr Webseitenbetreiber aufgrund der aktualisierten Nutzungsbedingungen das Google Analytics Pixel einbauen werden, um die umfangreichen und ständig verbesserten Analyse- und Statistikfunktionen zu nutzen, die Google jedem kostenlos zur Verfügung stellt und somit womöglich allen anderen kostspieligen Webanalyse Tools den Gar aus macht?

Da hinter jeder Gefälligkeit oftmals eine Gegenleistung steckt, erhofft sich Google mit dem Einbau ihres Codes präzisere Einblicke in das Innenleben des User sowie der jeweiligen Website-Performance.

Diese Informationen können von Google zu Marketingzwecken verwendet werden , auch wenn Google offiziell seinen Focus auf Vertrauen und Schutz der Privatsphäre des Users legt. Allein schon Googles interessen- oder demographisch basierte Werbemöglichkeiten im Google Display Netzwerk zeigen den Wiederspruch zu dieser Aussage.

Viele Internetfirmen wie auch die Zieltraffic AG stehen der Datensammlung von Google äußerst skeptisch gegenüber. Denn letzten Endes werden hochsensible Kundendaten ausgeschlachtet und von Google zumindest in Form von Benchmarks mit der Konkurrenz geteilt, um schlussendlich höhere Werbebudgets zu lukrieren. Dass das Teilen solcher Daten nicht wirklich im Interesse der Website-Betreiber ist, steht außer Frage. Am Ende profitiert dann nur einer, und zwar Google, der scheinheilige Wohltäter.



Share

Über den Autor: Alexander Dieser

Kommentar hinterlassen

Zieltraffic auf Facebook

Links