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In der aktuellen Ausgabe der Lead digital werden vier Fragen an den neuen CEO Christian Kleinsorge gestellt.
Mit Ihnen verbindet man vor allem eines: den Megadeal, als Sie Zanox an Springer verkauft haben. Auch ein Modell für Zieltraffic?
Auf diesen Megadeal sind wir auch megastolz. Schauen Sie sich um: Oft werden Unternehmen bewertet, ge- oder verkauft, und der Wert des Unternehmens steht in keinem reellen Verhältnis zum Geschäftsergebnis. Zanox ist ein erfolgreicher Deal gewesen, weil der Preis in reellem Verhältnis zum Unternehmenswert stand und steht. Ein erfolgreiches und zukunftsorientiertes Unternehmen mit gutem Business-Case am Markt zu etablieren und weiterzuentwickeln ist für alle ein Gewinn: die Unternehmer, die Mitarbeiter und die zukünftigen Eigentümer. Darin sehe ich auch¬nichts Verwerfliches – ganz im Gegenteil. Als verantwortungsbewusster Unternehmer ist das meine Pflicht. Bei Zieltraffic habe ich ein hoch motiviertes Team angetroffen, eine Reihe entwicklungsfähiger Kunden und eine tolle Arbeitsatmosphäre. Ich liebe es, mich in die Rolle unserer Kunden zu versetzen, in ihren Schuhen zu gehen. Das habe ich schon immer gerne getan. Aus diesem Grund sehe ich auch, wo die Needs des Marktes liegen. Ich glaube an den Vertriebskanal „Internet“ als Wachstumsmotor. Dies ist auch ein Grund, warum ich mich mit kompetenten Weggefährten in finanzieller und operativer Art und Weise bei Zieltraffic engagiere.
Sie kommen aus dem Affiliate-Geschäft. Dort muss mannicht nur gegen das Image eines bisweilen wenig¬transparenten Geschäftsgebarens kämpfen, sondern jetzt auch fürchten, dass die neuen rigorosen Cookie-Richtlinien das Business ziemlich beeinträchtigen können.War für Sie auch deswegen eine neue Herausforderung verlockend?
Ich bin kein Typ, der sich ängstlich vom Markt verzieht. Wer mich kennt, weiß, dass ich Herausforderungen sehr schätze. Das ist übrigens ein weiterer Grund, warum ich mich bei Zieltraffic engagiert habe. Nicht nur als Vorstand, sondern auch als Investor. Und wenn die neuen Cookie-Richtlinien kommen, sind wir darauf vorbereitet, denn auch wir sind betroffen: Schließlich ist Zieltraffic mit dem Netzwerk Affiliando unter anderem im Finanzsektor eine ernst zu nehmende Größe.
Das müssen Sie jetzt leider persönlich nehmen: Sie sind keine 20 mehr. Glauben Sie, dass man in der jugendbetonten Digi-Branche überhaupt noch auf Veteranen hört?
Veteranen sind in der Regel nicht mehr im aktiven Dienst. Das ist bei mir ganz anders. Ersetzen Sie den Begriff durch „alten Hasen“, und ich finde mich eher wieder. Letztlich ist es wichtig, ein Gespür für den Kunden zu haben und ihn zu verstehen. Diese Erkenntnisse gilt es dann in Geschäftsmodelle zu gießen. Und dass ich das beherrsche, habe ich bewiesen.
Bei Zieltraffic wollen Sie in Ihren ersten 100 Tagen neueWeichen für das „Online-Geschäft von morgen“ stellen, haben Sie erklärt. Die Halbzeit ist schon um – wie weit sind Sie mit Ihren Plänen?
Wir arbeiten mit Hochdruck an einem erweiterten Produktportfolio. Zuerst gilt es natürlich, unseren Kunden, Publishern und Partnern die Unsicherheiten zu nehmen, die leider in den vergangenen Monaten auf dem Markt gestreut wurden. Das haben wir – denke ich – gut hinbekommen. Wir werden unseren Kunden Mehrwerte bieten, die weit über die Standardbetreuung einer Online-Marketing-Agentur hinausgehen. Das heißt für uns: neue Ideen der Vermarktung, stärkere Serviceorientierung, aber auch neue technologische Entwicklungen. Denn meines Erachtens liegt ein¬großer Teil der zukünftigen Wertschöpfung in der¬Implementierung intelligenter Technologien.